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Die, die Verwirrung stiftet

Das bin ich. Ich hatte mal die Angewohnheit jeden jungen Kerl, der mich offensichtlich abschleppen wollte, danach zu fragen, ob er an Gott glauben würde. Mit dem einen stand ich hinter einem Klowagen (ihr wisst schon, diese transportablen Dinger, die man auf jedem Straßenfest findet und in deren Innern man sich immer fragt, ob man gerade abgeschleppt und auf dem Ozean ausgesetzt wird, weil es so schwankt). Wir knutschten ein bisschen rum, stellten fest, dass er meinen älteren Bruder kannte und dann fragte ich ihn danach. Nicht nach meinem Bruder, sondern nach Gott.
Naja, sagte er. Ich glaube schon, dass da irgendwo irgendwas ist.

Achja?
ACHJA?!
Damals habe ich glaube ich gar nicht mehr darauf geantwortet. Damals war ich auch nur interessiert und nicht so hysterisch verzweifelt wie jetzt.
Doch mal im Ernst - das ist die standard Aussage (*hust* Ausrede) der noch nicht mal Untentschlossenen, sondern einfach nur Faulen. Deren ihr spirituelles Leben scheinbar so egal ist, dass sie sich nicht mal aktiv dazu entschlossen haben, Atheisten zu sein. Dass wir nicht wissen können, was und ob dort was ist, ist klar.
Aber nicht einmal damit auseinandersetzen?
Wenn ich an das Universum denke, an das Sonnensystem und den angeblich milliardbillionsten anderen, die es dahinter noch geben soll, dann kriege ich richtig Panik, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie in diesen unendlichen, schwarzen Weiten irgendetwas existieren soll. Nicht irgendetwas, das mich und unsere Welt wahrnimmt, sondern allgemein irgendein Bewusstsein. Ob nun ein alter Mann mit Bart oder eine riesen Schildkröte. Ich kann das einfach nicht glauben, nicht, wenn ich in den Himmel starre und Sterne ansehe, die schon längst verglüht sind. Gott ist tot, hat Nietzsche behauptet und das ist vielleicht auch ein wenig erschreckend, aber dann hätte es ihn ja wenigstens gegeben.
Aber wie kann man behaupten, da draußen sei schon irgendwo irgendwas? Du, der du diesen so scheinbar simplen Satz von dir gegeben hast, warst du jemals im Planetarium oder wenigstens auf einem Dorf und hast in den Nachthimmel gesehen? Geht dir da nicht der Arsch auf Grundeis? Wir sollten die Dächer von den Kirchen reißen und im Dunkeln predigen, wer das schafft, der muss wirklich glauben können.
Ich glaube schon an irgendwas. Jaja, ihr an Irgendwas-Glauber. Manchmal wäre ich schon gerne wie ihr. Ich mache mir zu viel Gedanken um das, was ich wohl eh nicht ändern kann, aber ihr, ihr seid wie alte Junggesellen mit ihren Katzen, vergnügt und zufrieden mit dem, was ihr habt, ihr macht euch keine Gedanken darum, was wäre, wenn dort eben doch nichts ist - oder anders herum, ihr versucht auch nie das Potentiel der Möglichkeiten zu schöpfen, wenn da eben doch was ist. Ein bisschen Konfirmation und Kommunion hier (da blinken die Euro-Zeichen in den Augen!), ein bisschen Aberglaube da, Weihnachten mit der Familie in die Kirche, bis man alt genug ist, um lieber Zuhause hocken zu bleiben. Aber irgendwo ist da bestimmt was.

Früher habe ich die Menschen oft danach gefragt, jetzt mache ich das nicht mehr. Wenn jemand überzeugter Christ/Muslim/Jude/xyz ist, dann merkt man das von selbst und dann beginnen meine Fragen. Fast alle Leute haben mir etwas zum Thema Glauben zu sagen, doch bis jetzt hat es noch nie jemand geschafft, auf meine wichtigtse Frage zu antworten. Weiterschauen. Die Welt ist noch groß.


Die Blasphemistin



Unzusammenhängender Schlussgedanke:
Prayer in C - Erschreckend wenig Menschen ist bewusst, worum es in diesem Lied geht. Hauptsache es mukkt schön, wenn man hipstermäßig durch die Gegend wippt. Bah.


30.8.14 17:19
 


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